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4.7.14 Neues aus dem Bücherdschungel


Seit mindestens 2 Wochen liegt die Anthologie "Lies oder stirb" auf meinem Lesehaufen. 15 Kurzgeschichten sind zusammen gekommen, dabei meine Story "Der Fassadenkletterer". Diese kleine Geschichte hat seit mindestens 20 Jahren in meinem Kopf gespukt, und nun ist sie zu Papier gebracht. Ein nettes Büchlein!


 


 


12.2.2014 Leserlob


Eine junge Leserin des Paragraf 301 schreibt mir eine Mail: Sie ist Alevitin, ihre Eltern sind aus der türkischen Provinz Dersim vertrieben worden. Sie steht kurz vor dem Abitur und macht mit ihrem Politik-Leistungskurs eine Fahrt nach Straßburg. Unterwegs liest sie das Buch. Neben ihr sitzt eine sunnitische Freundin. "Durch Ihr Buch habe ich den Mut bekommen, mich nicht einschüchtern zu lassen. Als der Lehrer mich nach dem Buch fragte, war ich mir nicht sicher, ob ich neben einer Sunnitin so offen reden sollte. Ich war erst etwas eingeschüchtert, jedoch hat mir ihr Buch die Kraft dazu gegeben ... Schon die erste Seite hat mich unglaublich berührt." Mehr kann ich mir nicht wünschen.


 


15.1.2014 Lies oder stirb


Rechtzeitig zum "Redaktionsschluss" habe ich meine Kurzgeschichte für den gleichnamigen Sammelband zum baldigen 25. Jubiläum des Grafit-Verlages abgeliefert, eine kleine kriminelle Lügengeschichte, wie sie das Leben schreibt.


 


 


14.10.2013 Völkermord und Außenseiter


Am vergangenen Wochenende habe ich mit meinem "Paragraf 301" an der Veranstaltung "Literatur über Völkermord - das Unsagbare schreiben" teilgenommen, auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee/Berlin. Dort hat Göbbels gewohnt; dort wurde die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen. Ich traf die Türkin Fethiye Çetin ("Meine Großmutter") und den Amerikaner Peter Balakian ("Die Hunde vom Ararat"), beide die Enkel überlebender armenischer Großmütter, außerdem Doğan Akhanlı ("Die Richter des jüngsten Gerichts"). Besonders vor Frau Çetin ziehe ich den Hut - sie kennt den türkischen Knast von innen und tritt mutig in ihrer Heimat für die Wahrheit ein. Ich war Außenseiter - weder persönlich betroffen noch Angehöriger von Betroffenen.  Und immer wieder werde ich gefragt, wie ich zu diesem Thema gekommen bin.   


 


 


20.6.13 Ich und Obama


waren in Berlin, ich aber zuerst, schon am 18.6. Die Gedenkveranstaltung im Alevitischen Kulturzentrum hat mich zurückgebeamt in die Schreibezeit von Paragraf 301. Frau Yeter Gültekin, die ihren Mann bei dem Pogrom in Sivas verloren hat, saß neben mir. Ich verneige mich vor dieser Frau. Der gleiche Mob, der 1993 die Aleviten in Sivas verbrannt hat, wird heute von Erdogan heißgeredet. Der Mann weiß genau, wem er damit Angst macht und was er damit erreichen will. Jedes seiner Worte ist kalkuliert. Und jedes zweite hat eine doppelte Bedeutung. Die Türkei ist weit von Presse-, Religions- und Demonstrationsfreiheit entfernt. Die Berliner Aleviten sagen: Wir wollen nicht, dass in der Türkei die Mullahs an Stelle der Generäle die eigentliche Macht haben. Aber Vorsicht: in Istanbul und anderswo demonstrieren auch die Kemalisten: Sie wollen ihre Generäle wiederhaben und lieben den Spruch "Die Türkei den Türken", für sie gibt es weder Kurden noch Zaza und die Aleviten sind für sie Ketzer.   




29.5.13 Noch einmal: Sivas 1993


Am 18.6. veranstalten die Aleviten in Berlin eine Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Brandanschlags auf das Hotel Madimak im ostanatolischen Sivas. Am 3. Juli 1993 sind dort 37 alevitische Künstler und Freidenker verbrannt, nachdem ein radikalsunnitischer Mob das Hotel angezündet hatte: u.a. Thema meines Romans Paragraf 301. Ich bin zur Podiumsdiskussion eingeladen, mit der Zeitzeugin Yeter Gültekin, dem Grünen Bundestagsabgeordneten Memet Kilic und dem Religionswissenschaftler Dr. Friedmann Eißler. Übrigens: Vor 1915 lebten in Sivas 1/3 christliche Armenier. Heute: 70 Moscheen und 1 Versammlungshaus für die Aleviten, die 50 % der Bevölkerung stellen.   

 


17.5.13 Die Wut des Unbeteiligten


Das ist das Motto meines Workshops, den ich am 12.10.13 in Berlin im Rahmen der Veranstaltung "Das Unsagbare schreiben - Prosa über den Völkermord" mit meinem Buch "Paragraf 301" abhalten werde. Veranstalter ist die Evangelische Akademie Berlin, ich habe diese Woche den endgültigen Veranstaltungsplan bekommen. Literatur über den Völkermord wird fast immer von den Opfern und ihren Nachfahren - die ja auch Opfer sind - geschrieben. Der "Paragraf 301" ist aus der Wut des Unbeteiligten entstanden, und im Oktober wird mein Buch neben den Büchern von Franz Werfel, Edgar Hilsenrath, Tadeusz Borowski und anderen stehen.     


3.12.12. Mordsmäßiges Landleben


So der Titel der Rezension, die das Neue Deutschland am 22.11. über "Die oder ich" veröffentlicht hat. Man bescheinigt mir einen "scharfen Blick für psychologische Details" und - nicht zum ersten Mal - "überzeugende Charaktere". Fazit der Rezension: "Sehr lesenswert!"   


23.9.12. Stars der Krimiliteratur


2 Lesungen vor zusammen um 110 Zuhörern liegen hinter mir.


Am 20.9. bin ich in Stade in der neuen Galerie "Das Kunstwerk" (hier:Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster)aufgetreten. Herr Dr. Fitschen hatte eingeladen mit der Behauptung, dass meine Bücher "zum Hervorragendsten gehören, was diese Literaturgattung in Deutschland zu bieten hat" und unterstellt mir "leichtfüßige Schärfe, beißende Ironie, aber auch ganz liebevolle Einfühlung in die Verhältnisse und Existenzen in Stade und den Moorlandschaften". Muss ich das abstreiten? Nein. Deshalb habe ich aus allen Büchern ein Kapitelchen vorgetragen, was mir großen Spaß gemacht hat.  


Ganz anders, aber ebenso schön war die Lesung am 21.9. in Recklinghausen, eine Veranstaltung im Rahmen des größten europäischen Krimifestivals "Mord am Hellweg" ("8 Wochen Hochspannung mit Stars der Krimiszene", siehe da  Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster) Ich las mit Jan Zweyer und Horst Eckert, hochkarätige Kollegen, die Starkes geleistet haben (mehr hier: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster und da: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster). Immer wieder schön, wenn das Publikum mehrere ganz unterschiedliche Stimmen und Geschichten hört und ich auch. Die WAZ Recklinghausen soll einen Bericht geschrieben haben, steht aber nicht im Netz. 


 


9.7.12 NDR Bücherwelt


Heute zum Kurzinterview nach Hannover, mit Margarethe von Schwarzkopf, für 7 Minuten Sendung am 10.7. im NDR 1 und der "Bücherwelt". In der Ankündigung werden meine Bücher nicht "Krimis" genannt, sondern "ländliche Dramen". Einverstanden. Beim Krimi steht die Aufklärung im Vordergrund - beim Drama: das Drama.


 


20.6.2012 Schöner als die beste Rezension


Eine Leserin schreibt mir zu "Paragraf 301": "Ich danke Ihnen vielmals für Ihren Roman Paragraf 301. Ich habe viel gelernt, gelacht und viel geweint. Danke."


  


29.3.2012 Der Tote von Lochtrop


ist - rechtzeitig vor Ostern - auferstanden: Meine Kurzgeschichte für die Criminale 2012 im Sauerland erscheint im April im Band "Tausend Berge, tausend Abgründe" bei Grafit ISBN 978-3-89425-399-8. Kostet 9,99 €. Die Autorenexemplare waren vorgestern in der Post. In der Story habe ich mutig die Ermittlungen selbst übernommen. Meinen Kollegen Peter Schlüter, der in meinen Büchern sonst ermittelt, mochte ich damit nicht belasten. Er hatte keine Zeit ins Sauerland zu fahren.  

 


19.3.12 Erdogan wird kein Gärtner


Die Umschulung hat nicht geklappt: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster


 


14.3.12. Erdogan wird Gärtner. Sivas-Verfahren eingestellt.  


Gerade erfahre ich, dass meine am 17.3. geplante Lesung aus "Paragraf 301" in Ingolstadt ausfällt. Grund: Alle Aleviten fahren zur Demonstration nach Bochum. Dort soll dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan am 17.3. der Medienpreis "Steiger-Award" (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster) verliehen werden, für seinen Einsatz für "Offenheit, Menschlichkeit, Geradlinigkeit, Toleranz". Einen besseren Bock, der Gärtner werden soll, hat es noch nicht gegeben. Dazu passt die Nachricht, dass die türkische Justiz das Sivas-Verfahrens eingestellt hat - wegen Verjährung. In meinem Roman "Paragraf 301" ist das Massaker von Sivas im Juli 1993 zentrales Thema. Türkische Radikale haben damals ein Hotel in Brand gesteckt. 37 Aleviten starben. Einige Täter flüchteten nach Deutschland und erhielten hier Asyl. Die korrupte türkische Justiz hat das Verfahren verzögert. Erdogan "begrüßt" die Einstellung - also das Versagen der Justiz. In Deutschland und in der Türkei sind die Aleviten in Aufruhr. Mehr hier: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster und da: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster

 

2.3.12 Drei Tage Hochmut


Gestern habe ich die neuesten Rezensionen von "Die oder ich" vom Verlag bekommen. Danke, das reicht für drei Tage Hochmut, aber dann muss Schluss sein, denn für das nächste Buch nützt das nichts, im Gegenteil. Die Rezensenten bescheinigen mir einen "literarisch äußerst ausgefeilten Stil" und finden, dass ich keinen trivialen Bahnhofskiosk-Pocket-Krimi geschrieben habe, sondern einen "intelligenten Roman", einen "außergewöhnlichen Krimi" mit "knisternder Spannung", "subtiler Dramatik" und "überzeugenden Charakteren". Auch beim nächsten Buch will ich die vielen einsamen Stunden nicht mit belanglosen Sätzen vertun. I'll do my very best.     

 


15.2.12 Niedertracht in Niedersachsen


Meine Kurzgeschichte "Das Schweigen der Schweine" im Sammelband "Niedertracht in Niedersachsen" des KBV-Verlages aus der Eifel liegt vor. Ich habe sie gestern Abend noch einmal gelesen und bin sehr zufrieden. Kann man kaufen für 9,90 €. ISBN: 978-3-942446-24-2  



3.2.12. Bochumer Kriminacht


Die Sonne steigt und man hat wieder Lust das Haus zu verlassen. Ich freue mich auf die Bochumer Kriminacht 2012 am 3. März im Orlando. Ich lese mit den Kollegen Reinhard JungeTheo Pointner und Jan Zweyer Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster. Vier Krimiautoren auf einen Schlag - das wird gut.   



18.12.2011 Knecht Ruprecht


Großes Treffen der Grafit-Autoren auf der Weihnachtsfeier in Dortmund. Für einen Abend und eine halbe Nacht der Autoren-Einsamkeit entflohen. Außerdem weiß ich endlich, wer sich hinter Ruprecht Knecht Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster verbirgt. Sag ich aber nicht ...

 


26.11.2011 Revolution in türkischer Innenpolitik?


FAZ vom 26.11.2011: Ministerpräsident Erdogan hat sich für den Massenmord von 1938 in der Provinz Dersim/Tunceli entschuldigt. Verantwortlich für die Massaker ist Kemal Atatürk, so dass Erdogan indirekt Seine Heiligkeit kritisiert, bislang ein Tabu und unter Strafe! Erdogan bringt so die oppositionelle Partei CHP, deren Chef Atatürk 1938 war, in Bedrängnis. Es wird nun offen diskutiert! Der Vorsitzende der CHP in der Provinz Diyarbakir gibt Erdogan Recht. Der Vorsitzende der CHP Kilicdaroglu, der selbst aus Dersim stammt, geht weiter: Er verlangt Entschädigung. Das hätte ich nie für möglich gehalten! Vielleicht muss ich keine Angst mehr haben, ein zweites Mal in die Türkei zu fahren?

 


19.11.2011 "Paragraf 301" zeigt Wirkung


Die Journalistin Helga Hirsch hat in der WELT vom 19.11.2011 einen Artikel mit dem Titel "Ein (fast) vergessenes Massaker" veröffentlicht. Stark betroffen durch die Lektüre meines "Paragraf 301" hat sie mich im Juni 2011 um Info-Kontakte gebeten, die ich ihr gegeben habe. Anschließend ist sie in die Türkei in die Provinz Dersim/Tunceli gefahren (wie ich 2007, um den "Paragraf 301" schreiben zu können). In dem Artikel berichtet sie u.a.: Es hängen in Tunceli jetzt Plakate mit der Aufschrift "Dersim 1938"; seit  zwei Jahren steht dort ein Denkmal für Seyit Riza; Zeitzeugen werden systematisch befragt, die Interviews werden dokumentiert nach dem Vorbild der Shoah-Foundation (nach dem Film "Schindlers Liste"). Das alles war vor 4 Jahren noch undenkbar. Wahrheit lässt sich nicht unterdrücken!

 


3.11.2011 Das Schweigen der Schweine


Meine Kurzgeschichte mit diesem Titel ist fertig. Sie erscheint im März 2012 im KBV-Verlag im Sammelband "Niedertracht in Niedersachsen". Er wird herausgegeben von Cornelia Kuhnert und Richard Birkefeld, die mich auf der Criminale 2011 gefragt haben, ob ich etwas beisteuern kann. Kann ich.

 


28.10.2011 Der Tote von Lochtrop


Meine Kurzgeschichte mit diesem Titel ist fertig; muss noch lektoriert werden. Sie erscheint im April 2012 pünktlich zur Criminale im Sauerland. Der Sammelband erscheint bei Grafit und wird von Theo Pointner herausgegeben. Standesgemäß habe ich Sauerländer Platt eingestreut; dabei hat mir Dr. Werner Beckmann vom Mundartarchiv (hier: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster ) in Cobbenrode/Cowwenroo geholfen, wofür ich ihm danke.

  

2. - 19.9.2011 Kopf frei


Ich war im nördlichsten Teil von Schweden und bin dort allein gute 200 km durch die subarktische Wildnis gewandert. Sjaunja Nationalpark (hier: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster ) Die letzten 9 Tage keine Seele gesehen. Tags 9 Stunden Marsch nach Karte und Kompass, nachts einsam im Zelt. No accomodations. Berge, Gletscher, Täler, Steine, Graslande, Sümpfe, Wälder, Himmel, Flüsse und viel, viel Regen. Erkenntnis: Der Mensch braucht wenig, und am Schreibtisch wird er alt.  

 


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